„Endlich eine Alternative“: E‑Autos ersetzen schon 1,7 Mio. Barrel Öl pro Tag, trotz Spritpreis
Tanken wird teurer, und die Ölpreise schwanken stark. Gleichzeitig sind E‑Autos längst aus der Nische herausgewachsen und verändern den Bedarf an Rohöl spürbar. Neue Auswertungen zeigen, wie groß dieser Effekt schon heute ist.
1,7 Millionen Barrel pro Tag weniger: E‑Autos drücken die Ölnachfrage bereits 2025
Rund drei Viertel der Weltbevölkerung leben in Ländern, die netto Öl importieren. Steigt der Ölpreis um 10 US‑Dollar pro Barrel, erhöht das die gemeinsame Importrechnung laut Berechnungen um etwa 160 Milliarden US‑Dollar pro Jahr. Vor diesem Hintergrund ist Elektromobilität längst mehr als Klimapolitik: Sie wirkt direkt auf den globalen Rohölbedarf.
Wie stark, beziffert eine Studie des Londoner Thinktanks Ember. Der Bericht vom 18. März 2026 stützt sich auf Daten der Internationalen Energieagentur. Demnach hat die weltweite E‑Auto‑Flotte 2025 den Verbrauch von etwa 1,7 Millionen Barrel pro Tag ersetzt. 2024 waren es noch 1,3 Millionen.
Zum Vergleich: Iran exportiert über die Straße von Hormus ungefähr 2,4 Millionen Barrel täglich. Elektroautos kompensieren damit bereits rund 70 Prozent dieses Volumens. Ember folgert, dass die Unberechenbarkeit des Ölmarkts E‑Mobilität für viele Staaten zu einer nüchternen Sicherheitsentscheidung macht, nicht nur zu einer Umweltmaßnahme.
39 Länder mit über 10 Prozent E‑Auto‑Marktanteil: Der Wandel erreicht neue Regionen
Der Umstieg findet zunehmend auch außerhalb klassischer Wohlstandsmärkte statt. Ember zählt inzwischen 39 Länder, in denen Elektroautos mehr als 10 Prozent der Neuzulassungen ausmachen. 2019 waren es erst vier.
Vietnam kommt 2025 auf 38 Prozent und liegt damit vor der Europäischen Union mit 26 Prozent. Thailand erreicht 21 Prozent, Indonesien 15 Prozent. Beide liegen damit vor den USA, die bei 10 Prozent verharren. China überschritt erstmals die Marke von 50 Prozent elektrischer Neuwagenverkäufe.
Ein zweiter Report von BloombergNEF vom 18. März 2026 kommt auf einen noch höheren Effekt. Dort ist von 2,3 Millionen vermiedenen Barrel pro Tag die Rede. Der Unterschied liegt vor allem am Zuschnitt: BloombergNEF rechnet E‑Zweiräder und E‑Dreiräder stark mit ein. Diese sind in Südostasien weit verbreitet und sparen laut BNEF besonders viel Straßenkraftstoff.
Ember setzt dagegen strengere Annahmen an, wie oft Plug‑in‑Hybride tatsächlich elektrisch fahren. Claudio Lubis, Öl‑Analyst bei BNEF, erwartet bis zum Ende des Jahrzehnts jedes Jahr steigende Einsparungen. Für 2030 prognostiziert BloombergNEF rund 5,25 Millionen Barrel weniger pro Tag.
In Europa sparen E‑Autofahrer im Schnitt 77 Euro im Monat
Eine dritte Auswertung stammt von Transport & Environment (T&E) aus Brüssel. Im Briefing vom 17. März 2026 betrachtet die NGO die Lage in der EU. Dort sind rund 8 Millionen reine Elektroautos unterwegs. Sie verhinderten 2025 Ölimporte von etwa 46 Millionen Barrel. Das entspricht Einsparungen von rund 2,9 Milliarden Euro.
Gleichzeitig bleibt die Größenordnung der Abhängigkeit hoch. Allein für Pkw importiert die EU laut T&E weiter Öl im Wert von etwa 67 Milliarden Euro pro Jahr. Das entspricht ungefähr 1 Milliarde Barrel.
T&E rechnet auch für einzelne Haushalte. Liegt der Benzinpreis dauerhaft über 2 Euro pro Liter, spart ein europäischer E‑Autofahrer im Schnitt rund 77 Euro im Monat. Das sind etwa 924 Euro pro Jahr, inklusive Laden.
Zudem warnt die Organisation: Werden europäische Elektrifizierungsziele abgeschwächt, könnten zwischen 2026 und 2035 zusätzliche Ölkosten von 45 Milliarden Euro entstehen. Strategische Unabhängigkeit sei nur mit sauberer Energie und heimischen Technologien erreichbar.
Methodisch basieren alle drei Analysen auf Daten der Internationalen Energieagentur. Die IEA senkte zuletzt ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage 2026 auf nur noch 0,6 Millionen Barrel pro Tag. Ember hält es für möglich, dass der globale Ölhöhepunkt früher erreicht wurde als zuletzt erwartet.
Fazit: Die Frage ist nicht mehr, ob Elektromobilität den Ölmarkt beeinflusst. Sie tut es bereits, und die eingesparten Mengen steigen weiter.
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