Freundschaft oder Liebe: Eine Studie zeigt, welche Beziehung Ihrem Wohlbefinden mehr bringt
Soziale Beziehungen sind wichtig für unsere psychische Gesundheit. Doch nicht jede Nähe wirkt gleich. Eine aktuelle Studie zeigt, ob Freundschaft oder Liebe dem Wohlbefinden auf lange Sicht mehr hilft.
Freundschaften sind eine echte Stütze für die psychische Gesundheit
Viele Menschen fragen sich, welche Beziehungen ihnen wirklich guttun. Eine im Journal of Social and Personal Relationships veröffentlichte Studie gibt darauf eine klare Antwort.
Die Forschenden werteten Daten aus einem Zeitraum von 20 Jahren aus. Das Ergebnis: Enge Freundschaften schützen langfristig vor Depressionen. Bei Liebesbeziehungen zeigt sich dieser Effekt dagegen nicht durchgehend.
Besonders deutlich wurde, dass Menschen mit stabilen Freundschaften von der Jugend bis ins Erwachsenenalter seltener depressive Beschwerden entwickeln. Eine Partnerschaft kann dagegen in manchen Lebensphasen sogar mit mehr depressiven Symptomen einhergehen, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Warum Liebe die Stimmung stärker belasten kann
Um die Ergebnisse besser einzuordnen, wurde die Psychologin Siyana Mincheva befragt. Sie erklärt, warum Freundschaft und Liebe sich emotional oft so unterschiedlich auswirken.
Nach ihrer Einschätzung sind romantische Beziehungen häufig mit hohen Erwartungen verbunden. Dazu kommt eine besonders starke emotionale Bindung. “In Liebesbeziehungen entsteht häufig eine emotionale Abhängigkeit. Dahinter kann das Gefühl stehen, eine innere Leere füllen zu wollen. Auch die Angst vor dem Verlassenwerden spielt oft eine Rolle. Das lässt sich mit der Bindungstheorie erklären”, sagt sie.
Bindung ist ein tiefes menschliches Bedürfnis. Wird sie jedoch zu intensiv, kann sie Unsicherheit, Konflikte und ein emotionales Ungleichgewicht begünstigen.
Freundschaft als verlässliche psychologische Ressource in jedem Alter
Laut der Studie wirken Freundschaften in allen Lebensphasen stabilisierend. Unabhängig vom Alter gelten sie als konstanter Schutzfaktor gegen Depressionen.
“Freundschaften geben Halt und zugleich Freiheit. Das stärkt das Selbstvertrauen. Wer von guten Menschen umgeben ist, fühlt sich meist auch mit sich selbst wohler”, betont Siyana Mincheva.
Langjährige Freundschaften beruhen oft auf Respekt, Wertschätzung und gemeinsamer Erfahrung. Anders als Liebesbeziehungen sind sie meist weniger von Ausschließlichkeit und starken emotionalen Spannungen geprägt.
“Ein echter Freund hört zu und spricht ehrlich. Nicht, um zu verletzen, sondern um zu helfen. Freundschaft hält uns in einer positiven Lebenskraft und verbessert auch das Bewusstsein für uns selbst”, ergänzt die Expertin.
Opfern Sie Ihre Freundschaften nicht für die Liebe
Die Studie weist außerdem auf ein verbreitetes Muster hin. Viele Menschen geben ihrer Partnerschaft mehr Gewicht als ihren Freundschaften.
Studienautor Junwen Hu erklärt: “Viele glauben, dass Liebe mehr Glück bringt als Freundschaft. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass enge Freundschaften ein verlässlicher Schutz gegen Depressionen sind. Der Einfluss romantischer Beziehungen fällt je nach Alter und Lebenssituation unterschiedlich aus.”
Auch Siyana Mincheva teilt diese Einschätzung. Sie rät dazu, Freundschaften nicht zugunsten einer Liebesbeziehung zu vernachlässigen. “Freundschaft gibt dem Leben Sinn und trägt wesentlich zum psychischen Gleichgewicht bei. Diese Verbindungen sollten auch in einer Partnerschaft gepflegt werden.”
Wer seine Freundschaften pflegt, schützt sich besser vor Einsamkeit und seelischer Belastung. Genau deshalb verdienen diese Beziehungen dauerhaft Aufmerksamkeit.
Clara verzaubert die Leser ihres Blogs mit einfühlsamen Geschichten und kreativen Einblicken in die Welt der Fantasie. Ihre Leidenschaft für Worte und Emotionen macht jeden Beitrag zu einer kleinen Reise ins Unbekannte.
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